Gnade sei mit euch
und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus
Christus. Amen.
Liebe Gemeinde!
Kinder: Was ist das größte Geschenk, das ihr
jemals bekommen habt?
Jetzt seid ihr dran, ihr dürft laut sagen, was einmal
euer größtes Geschenk war.
(Feuerwehr, gameboy oder x-box oder Nintendo, ein Hund,
eine Katze, ein Fahrrad,....
---- bei einem Tier: ah, hört einmal her, dies ist
ein anderes Geschenk. Dies ist anders als ein Fahrrad etc.
Dieses Geschenk ist lebendig.)
Dies sind alles wunderbare Geschenke.
Wisst ihr, dass manche Geschenke so gross sind, dass keiner
sie sieht? Sie sind so gross, dass man sie fast nicht
sehen kann. Es ist so schwer, sie zu sehen, dass, um
sie sehen zu können, man ganz bis an den Anfang
zurückgehen muss, oder sogar ein bisschen vor den
Anfang.
Im Anfang, ja im Anfang war nicht viel, eigentlich gar
nichts, ausser vielleicht ein grosses Lächeln. Aber
es gab niemanden, der es sehen konnte. Und dann schuf Gott
Himmel und Erde. Und gab uns das Geschenk des Lichtes,
so dass wir jetzt nicht nur in der Dunkelheit sitzen. Nicht
die Glühbirne schuf Gott, oder eine Kerze, nein, alles
Licht. Gott gab uns das Licht, von dem alles Licht kommt.
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein grosses Licht, und über denen,
die da wohnen in finstern Lande scheint es hell. Zu den Hirten trat der Engel
und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr.
Und am Ende des ersten Tages sah Gott das Licht und fand
es gut.
Am zweiten Tag gab Gott uns das Geschenk des Wassers, nicht
das Wasser aus dem Wasserhahn oder den Regen oder den Ozean,
nein, Gott gab uns das Wasser, aus dem alles Wasser kommt.
Und als Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe erschien - nach seiner Barmherzigkeit
- da machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung inm
Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus
Christus, unsern Heiland, damit wir das ewige Leben erben.
Am dritten Tag gab Gott uns das Geschenk des trockenen
Landes und alles Grüne, das darauf wächst. Am
vierten Tag gab Gott uns das Geschenk von Tag und Nacht,
Sonne und Mond und die Sterne. Gott gab uns das Geschenk,
die Tage zu zählen. Am fünften Tag gab Gott uns
das Geschenk der Tiere, die im Himmel und im Wasser leben,
nicht nur die Fische, sondern alles, was schwimmt, und
nicht nur die Vögel, sondern alles, was fliegt. Und
wie immer sah Gott, was er gemacht hatte, und sagte, Es
ist gut.
Am sechsten Tag gab Gott uns das Geschenk der Lebewesen,
die auf der Erde leben, Zweibeiner, so wie du und ich,
und die, die viele Beine haben.
Und der Engel sprach: ...euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus,
der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden
das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. ... Und sie kamen
eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Als Gott die Lebewesen mit zwei Beinen und die mit den
vielen Beinen sah, sagte er, Es ist sehr gut, und das war
das Ende des sechsten Tages.
Manche Geschenke sind so gross, dass man ganz an den Anfang
zurückgehen muss, um sie zu sehen.
Das Kind in der Krippe ist so ein Geschenk. Und es schenkt
uns den Anfang wieder. Die wir glaubten, schon am Ende
zu sein oder zu alt, um noch Hoffnung zu haben, dass etwas
Neues geschehen kann, uns wird der Anfang wieder geschenkt.
Uns, die wir glaubten, verloren zu sein, vergessen vielleicht
oder verdorben oder nicht würdig, wird die neue Schöpfung
geschenkt im Kind in der Krippe. Denn Gott hat diese Welt
noch nicht aufgegeben, so alt sie inzwischen auch sein
mag, so hoffnungslos, so unwürdig, - Gott hat noch
Interesse an seiner Schöpfung, weil er treu ist und
nicht aufgibt, was er geschaffen hat. “Des Höchsten
Sohn kommt in die Welt, weil ihm ihr Heil so wohl gefällt,” heisst
es in Bachs Weihnachtsoratorium.
Gott wird Mensch, eine Kreatur, ein Lebewesen mit zwei
Beinen, weil ihm das Wohl der Welt, ihr Heil, so sehr am
Herzen liegt. Gott ist kein einsamer Gott, der eifersüchtig
und egoistisch für sich allein bleibt in himmlischen
Sphären, abgeschirmt durch himmlische Heerscharen.
Gott kommt zu uns, zu seiner Schöpfung, seiner verlorenen,
vergessenen und vergesslichen, unwürdigen Schöpfung,
freundlich und voller Liebe zu den Menschen des sechsten
Tages seiner Schöpfung. Er kommt als ein schwacher
Herr im Vergleich zu den Herren der Welt, dieser Sprössling
aus dem Hause Davids. Ein Kind, von Herodes verfolgt, ein
Mann, gekreuzigt für das Heil der Welt. Und dann nicht
im Tod geblieben.
Manchmal ist das Geschenk so gross, dass man es nicht
sehen kann. Dann müssen wir wieder ganz an den Anfang
oder noch vor den Anfang zurückgehen, wo nichts ist
- ausser vielleicht das Lächeln des Heiligen Geistes
-, um es zu sehen.
Manchmal ist ein Anfang, ein Neuanfang so unscheinbar,
dass wir ihn nicht erkennen. Kinder werden schliesslich
jeden Tag geboren. Im Wasserbad der Taufe und in der Erneuerung
desselben Heiligen Geistes, der schon am Anfang über
den Wassern schwebte, ist uns jedoch der Anfang schon eingepflanzt.
Vielleicht unscheinbar, aber da. Der Anfang zu einem Leben
in Hoffnung und in Liebe, ein Anfang, den wir wieder aufgreifen
können, weil Gott sich nicht zu schade war, zu uns
zu kommen, vorbehaltlos und unbeeindruckt von allem, was
wir seinem Kommen entgegenhalten.
Und am siebten Tag vollendete Gott die Schöpfung,
vollendete alle seine Werke von Tag eins bis zu Tag sechs,
und ruhte. Auf der Vollendung liegt Gottes Segen. In Christus
ist die Vollendung nocheinmal in die Welt gekommen, nicht
um uns zu beschämen, dass wir noch immer unvollendet
sind, sondern uns zur Freude und zur Hoffnung und zur Erinnerung
an den neuen Anfang, der uns in der Taufe eingepflanzt
ist. So ist die Zeit der Ruhe, die heilige, die besondere
Zeit des Feiertages, diese Weihnachtfestes, Zeit der Freude,
der Hoffnung, - vollendete Zeit, in der wir im Kind in
der Krippe den eigenen Anfang wieder sehen.
Und der Friede.....
Amen.
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